Windenergie in Großbritannien –
Die neue Einspeisevergütung folgt dem Beispiel des deutschen EEG

Windpark Berching Zug des Antriebsstranges

Vergleicht man die potentiellen Nutzungsmöglichkeiten der Windenergie von Großbritannien und Deutschland, so überragt das Vereinigte Königreich Deutschland dabei bei weitem. Insbesondere im Offshore-Bereich besitzen die britischen Inseln enormes Potential. Dennoch wurden dort bisher deutlich weniger Windkraftanlagen errichtet als hierzulande.

Zu Anfang des Jahres 2012 waren in Großbritannien Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 6.000 Megawatt installiert, davon können mehr als drei Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden. In Deutschland waren dagegen am Anfang des Jahres 2012 Windenergieanlagen mit einer Leistung von über 29.060 MW in Betrieb.

Der bestehende Rückstand ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die britische Regierung bis 2010 den Zubau von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien durch ein reines Quotenmodell gefördert hat. Seit April 2010 werden jedoch für Anlagen bis 5 MW Leistung – ähnlich wie beim deutschen EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) – feste Einspeisetarife für einen Zeitraum von 20 bzw. 25 Jahren garantiert.

Insbesondere durch den massiven Ausbau der Windkraft-Nutzung auf See wird Großbritannien in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach stark aufholen, wovon auch die deutsche Industrie profitieren wird. Denn aus dem Ausschreibungsverfahren der britischen königlichen Liegenschaftsverwaltung „Crown Estate“ über mehrere, riesige Offshore-Windparks mit der Gesamtkapazität von 25.000 MW vor der britischen Küste gingen auch deutsche Firmen als Gewinner hervor.

Die neun Windparks sind eines der größten Windkraft-Projekte der Welt und sollen zukünftig ein Viertel des britischen Energiebedarfs decken. Heute stammen in Großbritannien gerade einmal 2 % der Strommenge aus regenerativen Quellen – in Deutschland dagegen bereits 17 %. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Renewable UK, Maria McCaffery, sind derzeit noch 19,5 GW an Windkapazitäten in Planung bzw. im Bau. Britischen Regierungsplänen zufolge sollen bis zum Jahr 2020 insgesamt 31 GW an Onshore- und Offshore-Windanlagen im Land installiert sein.