„Und sie dreht sich noch.“

Die 1998 in Betrieb genommene Bürgerwindenergieanlage ging nach 20 Betriebsjahren 2018 in die Verlängerung.

Das am 27.07.1998 in Betrieb genommene Windkraftwerk auf dem Sallerner Mühlberg wird von der ersten Regensburger Bürgerwindgesellschaft, der „Windpower GmbH & Co. Windkraftwerk Regensburg KG“, betrieben. Es handelt sich um eine Windenergieanlage des Herstellers Enercon, eine E-40 mit 500 kW Anlagenleistung.

Das Windrad steht auf einem von der Stadt Regensburg gepachteten Grundstück und erhielt per Beschluss im Stadtrat einen Investitionszuschuss. Die Initiatoren der Windpower GmbH stellten die Idee für das Regensburger Windkraftwerk erstmalig im Juni 1995 an einem Stand beim Regensburger Bürgerfest der Öffentlichkeit vor. Im Sommer 1998 erfolgte der Baubeginn für die Anlage, nur wenig später nahm die Anlage den Betrieb auf.

Anlässlich der Inbetriebnahme feierte die Bevölkerung ein großes Windmühlenfest. Über ein ganzes Wochenende verteilt wanderten mehr als 5.000 neugierige Besucher auf den Mühlberg. Aufgrund des Vorbildcharakters und der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit entwickelte sich das Windkraftwerk zu einem beliebten Ausflugsziel. Die erste Regensburger Bürgerwindgesellschaft setzte mit der Windenergieanlage ein motivierendes, langfristiges und weithin sichtbares Zeichen für den Aufbruch in ein neues, sauberes Energiezeitalter.

Auch in der Oberpfalz tat sich seither viel. Immer mehr Menschen erkennen die drängenden Probleme des Klimawandels. Die Windenergienutzung wurde stark ausgebaut. Das Regensburger Pilotprojekt ist weit über die Stadtgrenzen hinaus Referenz- und Vorzeigeobjekt. Die Bürgerwindgesellschaft Windkraftwerk Regensburg KG hat einen wesentlichen Anteil an der Erfolgsstory der Windenergie.

Technisch ist die „alte Dame“ noch fit für weitere 30 Jahre.

Im Sommer 2018 feierte die Bürgerwindgesellschaft das 20jährige Betriebsjubiläum der Anlage. Dabei konnte die Geschäftsführung erfreuliche Nachrichten verkünden: Ein umfangreiches Weiterbetriebsgutachten kam zu dem Ergebnis, dass der Betrieb der WEA aus technischer Sicht um weitere rund 30 Jahre möglich ist. Geschäftsführer Hans Lenz ist überzeugt: „Die Technologien der Erneuerbare Energien funktionieren langfristig stabil.

So wird die WEA Regensburg auch weiterhin ihren Anteil zum Klimaschutz leisten. Clemens Reichl, technischer Leiter der Windpower GmbH, erklärt: „Die theoretische Weiterbetriebsdauer ist bis 2050 möglich. Unsere, wie wir sie liebevoll nennen, „alte Dame“ ist also noch sehr fit! Ihr Zustand wird in wiederkehrenden Prüfungen von Fundament, Turm, Maschine und Rotorblättern fortlaufend kontrolliert.“ Die Stadt Regensburg hat den Nutzungsvertrag für das Grundstück der WEA bereits bis Ende 2035 verlängert.

Die 20-Jahresbilanz: Im Zeitraum 1998 bis 2018 wurden rund 8,5 Mio. kWh Strom erzeugt und somit die Verfeuerung von 220 Güterwaggons Braunkohle eingespart.

Die WEA Regensburg hat sich zum beliebten Ausflugsziel entwickelt. Zur Feier des Jubiläums stiftete die Gesellschaft eine Infotafel zum Bürgerwindkraftwerk für den „Klimaschutzweg Regensburg“. Dieses Umweltbildungsprojekt hat das Ziel, einen außerschulischen Lernort zu schaffen. Die Windpower GmbH hat den Klimaschutzweg initiiert, im Herbst 2016 wurde er auf der 20. Gesellschafterversammlung der „Windkraftwerk Regensburg KG“ erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt und im April 2018 feierlich eröffnet. Schirmherren sind Frau Landrätin Tanja Schweiger und Herr Bürgermeister Jürgen Huber.