Doppelnutzung der vorhandenen Infrastruktur im Windpark

Schritt für Schritt zur vielfältigen Flächennutzung: zu Wind gesellt sich Sonne. Den ersten Synergieeffekt zur doppelten Flächennutzung nahmen wir bereits für die Inbetriebnahme unserer ersten beiden Solarparks in Pilsach und Traunfeld (Lauterhofen) wahr. Durch die in den Windparks schon vorhandene Infrastruktur wie ausgebaute Wege, Kabelnetz und Anschluss an das öffentliche Netz bot sich vor Ort die Möglichkeit, die Solarparks platzsparend und ressourcenschonend zu errichten – ohne zusätzliche große Flächen rein für die Energiegewinnung zu erschließen. Verzicht auf Bodenbearbeitung oder Düngung: Erholung für Flora und Fauna. Über die Nutzungsdauer als Solarpark erfolgt auf der Fläche weder Bodenbearbeitung, noch Düngung oder Ausbringung von Spritzmitteln. So kann sich der bis dahin ackerbaulich genutzte Boden erholen. Unter den Photovoltaikmodulen wächst eine artenreiche und ökologisch wertvolle Grünfläche, die zunehmend ein reicheres Boden- und ein vielfältigeres Kleintierleben ermöglicht. 

Die Blüten der Wiesenblumen bieten Nahrung für Bienen, Hummeln und viele andere heimische Insekten, die Artenvielfalt wächst. Grünpflege durch Nutztier der besonderen Art: das Schaf als Gärtner. Damit die Module nicht durch hochwachsende Pflanzen verschattet werden, muss die Blühwiese im Park gepflegt werden; so ergibt sich eine weitere Nutzungsmöglichkeit der Fläche als Weidegrund für Schafherden. Zur ökologischen Produktion von Strom passt die Pflege der Fläche durch die Schafe sehr gut. Die Nutztierhaltung und Energiegewinnung ergänzen sich in perfekter Weise, weil die Fläche eine artenreiche Weide bietet und bereits umzäunt ist. Noch dazu bieten die Module den Tieren Schatten als Schutz vor der Hitze. Die Schafe ihrerseits halten den Bewuchs im Solarpark kurz.  

„Die Beweidung von Solarparks mit Schafen bietet eine ökologisch sehr sinnvolle Möglichkeit, den Erhalt der heimischen Fauna und Flora zu gewährleisten und den Artenreichtum zu fördern.“

Manuel Zachmeier, Schäfer und Landschaftspfleger aus Deining

Die Photovoltaikmodule wurden mit ausreichend Abstand über dem Boden auf die dafür vorgesehene Stahlunterkonstruktion montiert, sodass sich die Schafe darunter uneingeschränkt bewegen können. Im Solarpark Traunfeld weiden derzeit ca. 80 Tiere. Wenn die Weide abgegrast ist, bringt Schäfer Manuel Zachmeier sie weiter, damit sich die Schafe an einem anderen Ort in der Region um die Grünpflege kümmern.

Im August 2020 stellte die Baywa Re nördlich von Bayreuth ein ähnliches Solar-Wind-Hybridprojekt in einem bereits bestehenden Windpark fertig.