Fridays for Future – mal anders: Unterricht und Klimaschutz vereint.

Kinder und Jugendliche aus Niederbayern und der Oberpfalz erleben bei Schulausflügen zum Klimaschutzweg Regensburg die Herausforderungen des Klimawandels und lernen Lösungen wie Wind- und Sonnenenergie verstehen.

Klimaschutz in Aller Munde
Das Thema Schülerstreiks und „Fridays for Futures“ polarisiert. Die Meinungen reichen von absoluter Befürwortung bis hin zur Androhung von Bußgeldern und Verweisen: 37 % der Teilnehmer einer Studie vom März 2019 bewerten die Streiks der Schüler während der Unterrichtszeit als „sehr positiv“ während 28 % die Aktionen als „sehr negativ“ einschätzen.* Unabhängig davon, welche Stellung hierzu bezogen wird, einen deutlich spürbaren Effekt bringt die Kontroverse mit sich: Klimawandel und Klimaschutz sind in Aller Munde und ins Zentrum des politischen und generationenübergreifenden Diskurses gerückt.

Fridays for Future – mal anders
Dass die wichtige Auseinandersetzung mit den Themen auch innerhalb des Lehrplans intensiv erlebt werden kann, zeigen zwei Schulen aus Niederbayern und der Oberpfalz bei Ausflügen auf dem Klimaschutzweg Regensburg:

Unter dem Motto „Fridays for Future – mal anders“ besuchten an einem Freitag Anfang April alle Drittklässler der Grundschule Diesenbach zusammen mit ihrer Lehrerin Martina Hahne zwei der insgesamt 11 Stationen des Themenwegs Klimaschutzweg Regensburg. Die Deponiegasanlage in Haslbach, die ehemaligen städtischen Mülldeponie, in die in den Jahren 1968 bis 1992 ca. 1,8 Mio m³ Haus- und Industriemüll eingelagert wurden, war das erste Ziel. Hier lernten die Kinder wie schwierig es ist, einmal produzierten Müll wieder loszuwerden. Sie waren erstaunt über die Ausmaße des nun grünen Hügels, darüber wie lange es noch dauern wird, bis die Anlage aus der Nachsorge entlassen werden kann (voraussichtlich in 2050) und, dass es dennoch Technologien gibt, die aus der Herausforderung „Müll“ noch Energie gewinnen können.

Begeisterung für Erneuerbare ist übergesprungen
Danach stattete die Klasse der „Alten Dame“ einen Besuch ab: unsere Regensburger Windenergieanlage, die wir bereits vor über 20 Jahren errichteten. Ein Mitarbeiter aus unser technischen Betriebsführung erklärte den neugierigen Kindern anschaulich, wie aus Wind der Strom aus der Steckdose wird. Spielerisch lernten die Schüler die Dimensionen von Rotorblättern und Türmen kennen und zeigten durch viele Fragen ihr großes Interesse an der Technologie der Windkraft:

Die Begeisterung ist voll und ganz auf uns übergesprungen!
Martina Hahne, Lehrerin an der Grundschule Diesenbach

Fridays for Future – Montage für ein Morgen
Umweltbildung ist auch an anderen Wochentagen nötig und möglich. Michael Kindsmüller, Lehrer an der Mittelschule Oberroning im Landkreis Landshut, wählte einen Montag, um mit seiner neunten Klasse auf dem Themenweg zu wandern. Vom Startpunkt am Landratsamt in Regensburg wanderten die Jugendlichen entlang mehrerer Stationen hinauf auf den Mühlberg, um sich hier ebenfalls die Technologie der Windenergie erklären zu lassen.

Vorab bereiteten die Schüler jeweils zu zweit kurze Referate zu den einzelnen Stationen vor und teilten ihr Wissen dann als Experten mit ihren Klassenkameraden.

Auf diese Weise wurde den Schülern grundsätzlich klar, wie Klimaschutz funktioniert.
Michael Kindsmüller, Lehrer an der Mittelschule Oberroning

*Befragungszeitraum:
04.03.2019 bis 06.03.2019, Größe der Stichprobe: 5.002 Teilnehmer, Quelle: Civey / neue energie, Nr. 04 / April 2019


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