Windenergie in Großbritannien -
Die neue Einspeisevergütung folgt dem Beispiel des deutschen EEG
Vergleicht man die potentiellen Nutzungsmöglichkeiten der Windenergie von Großbritannien und Deutschland, so überragt das Vereinigte Königreich Deutschland dabei bei weitem. Insbesondere im Offshore-Bereich besitzen die britischen Inseln enormes Potential. Dennoch wurden dort bisher deutlich weniger Windkraftanlagen errichtet als hierzulande.
Zum Ende des Jahres 2010 waren in Großbritannien Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 5.000 Megawatt installiert, davon wurden im Laufe des Jahres 2010 etwa 900 MW zugebaut. In Deutschland waren dagegen am Ende des Jahres 2010 Windenergieanlagen mit einer Leistung von über 27.000 MW in Betrieb.
Dieser Rückstand ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die britische Regierung bis 2010 den Zubau von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien durch ein reines Quotenmodell gefördert hat. Seit April 2010 werden jedoch für Anlagen bis 5 MW Leistung – ähnlich wie beim deutschen EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) – feste Einspeisetarife für einen Zeitraum von 20 bzw. 25 Jahren garantiert.
Insbesondere durch den massiven Ausbau der Windkraft-Nutzung auf See wird Großbritannien in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach stark aufholen, wovon auch die deutsche Industrie profitieren wird. Denn aus dem Ausschreibungsverfahren der britischen königlichen Liegenschaftsverwaltung „Crown Estate“ über mehrere, riesige Offshore-Windparks mit der Gesamtkapazität von 25.000 MW vor der britischen Küste gingen auch deutsche Firmen als Gewinner hervor.
Die neun Windparks sind eines der größten Windkraft-Projekte der Welt und sollen zukünftig ein Viertel des britischen Energiebedarfs decken. Heute stammen in Großbritannien gerade einmal zwei Prozent der Strommenge aus regenerativen Quellen – in Deutschland dagegen bereits 17 Prozent.
