Windenergie
in Großbritannien -
Der Unmut über das Quotenmodell
wächst
Vergleicht man die potentiellen Ausbaumöglichkeiten
der Windenergie von Großbritannien und Deutschland,
so überragt Großbritannien Deutschland dabei
bei weiten.
Insbesondere im Offshore-Bereich besitzt Großbritannien
ernormes Potential.
Dennoch wurden im britischen Königreich bisher
deutlich weniger Windkraftanlagen errichtet als in Deutschland.
Zwar befinden sich laut Angaben der British Wind Energy Association (BWEA) weitere
600 MW in der Bauphase, mehr als 1.200 MW haben bereits
eine Genehmigung und weitere 6.600 MW sind in der konkreten
Planung.
Fakt ist jedoch, das zum Ende
des Jahres 2006in Großbritannien Windkraftanlagen
mit einer Gesamtleistung von knapp 2.000 Megawatt Leistung
installiert waren. Um Jahr 2006 wurden davon etwa 600
MW errrichtet. In Deutschland werden dagegen gegen Ende
des Jahres 2006 Windenergieanlagen mit einer Leistung
von über 20.000 MW betrieben.
Folge der generösen deutschen
Vergütung für Windstrom meinen die
Kritiker von Windenergie. Aber mitnichten!
Während in Deutschland die Vergütung für
Onshore-Windenergie im Jahr 2005 bei 8,5 Cent / kWh
lag, bekam ein britischer Windmüller über
10 Cent / kWh.
Diese Vergütung für Windstrom setzt sich zusammen
aus Zertifikatshandelspreis, Gutschrift aus der teuerbefreiung
für erneuerbare Energien (Klimaschutzsteuer / Climate
Change Levy – ca. 0,50 Cent / kWh) und dem Marktpreis
für Strom.
Ein weiteres typisches Merkmal
der britischen Windbranche ist, dass, die Projekte
vor allem von großen Energiekonzernen, wie Scottish
Power, Eon UK, RWE Npower oder Scottish & Southern
geplant und realisiert werden.
Schuld für den bisher eher mäßigen Ausbau der Windenergie sind laut der britischen Regulierungsbehörde & des Umweltausschusses des Britischen Parlaments die mangelnde Flexibilät des britischen Quotensystems. Insbesondere die auf Grund von Marktentwicklungen unsicheren und schwankenden Zertifikats- und Strompreise führen dazu, dass viele Projekte mangels Planungssicherheit in der Schublade verschwinden. Der Wissenschafts- und Technologieausschuss des britischen Oberhauses fordert deshalb eine Abschaffung des Quotenmodells. Die erfolgreichen Fördersysteme in Deutschland und Spanien sollten noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden.
