Windenergie in Frankreich - Aufbruchstimmung durch gesetzlich verbesserte Rahmenbedingungen
Der Mistral, ein sehr starker aus nord- bis nordwestlicher Richtung kommender Wind, weht schon seit Jahrtausendenen über Frankreich hinweg in den Mittelmeerraum. Er kann tagelang wehen und tritt so häufig auf, dass die Bäume im Rhonetal oft in Windrichtung nach Süden hin gebogen sind. Jetzt endlich will auch Frankreich die resourcenschonende, natürliche Kraft des Mistrals nutzen. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen für die Nutzung der Windenergie sollen den Ausbau der Windkraft in den nächsten Jahren kräftig vorantreiben.Fixe und variable Einspeiseregelungen Durch das Gesetz zum „Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz“, das am 13. Juli 2005 verabschiedet wurde, verbessern sich die Bedingungen für französische Windmüller erheblich. Bereits seit dem 08.06.2001 gilt eine feste Einspeisevergütung für die ersten fünf Jahre in Höhe von 8,38 C/kWh. Für den Betriebszeitraum vom 6-15. Jahr ist eine variable Vergütung festgelegt die maximal bis zu einer Höhe von 8,38 C/kWh führt. Diese variable Vergütung nimmt vor allem extrem windstarke Standorte in die Pflicht. Deren Vergütung fällt für diesen Zeitraum extrem ab.
Großes Hinderniss des Ausbaus der Windenergie war jedoch eine 12-MW-Obergrenze, die bisher für den Bezug der Einspeisevergütung maßgeblich war. Diese Regelung räumte Winparks ab dieser Größenordnung eine Sonderstellung ein und verhinderte dadurch den Ausbau enorm. Der neue Gesetzestext vom Juli 2005 sieht keine Minimal- oder Maximalgröße für die gesetzlich geregelten Einspeisevergütungen mehr vor.
Die internationale Windenergie-Branche ist sich deshalb einig, dass sich das „Atomstromland“ Frankreich bald zu einem wichtigen Zielmarkt entwickeln wird. Für die deutsche Exportindustrie im Windkraftbereich ist dabei besonders interessant, dass es in Frankreich mit der Firma Vergnetnur bisher nur einen einzigen lokalen Hersteller gibt und deshalb sehr gute Absatzchancen bestehen.
Auch die Ausbauziele der französische Regierung lassen einen massiven Ausbau der französischen Windkraft erhoffen. Alleine von 2006 bis 2008 hat sich die installierte Leistung der Windkraftanlagen von etwa 750 MW am Netz auf über 3.400 MW erhöht. Der Anteil der Windenergie am gesamten französischen Stromverbrauch belief sich 2008 auf 1,3 Prozent.
Die Regierung gibt nun ein Ausbauziel der Windenergie von 25 000 MW bis 2020 vor. In der Bevölkerung erhalten diese ergeizigen Ziele der Regierung breite Unterstützung. Nach einer kürzlich durchgeführten Umfrage befürworten 91 Prozent der Franzosen den Ausbau der Windenergie im Lande.
Offshorewindenergie in Frankreich - Da Windenergie nicht nur nachhaltig sondern auch lukrativ ist hat mittlerweile auch schon der einzige französische Stromversorger EDF in Folge des internationalen Booms die Windenergie-Arena auf dem Meer betreten und u.a. den Planungsauftrag für ein Projekt über insgesamt 48 MW in Frankreich erhalten. Der Offshore-Anteil an den geplantenten Ausbauzielen der Regierung in Höhe von 25.000 MW bis 2020 beträgt 6.000 MW.
