Wasserkraft - eine hocheffiziente regenerative Energieform
Die Nutzung der Energieasserkraft des aufgestauten
oder fließenden Wassers gehört mit zu den
ältesten Energiequellen der Menschheit. Bereits
im 3. Jahrhunderts v. Chr. wurde in China die Kraft
des Wasser mit Hilfe von Wasserrädern genutzt.
Grundsätzlich existieren zwei Möglichkeiten,
die Energie des fallenden Wassers in Strom umzuwandeln.
Fließwasserkraftwerke,
wie es zum Beispiel auch alte Wassermühlen sind,
werden durch vorbeifließendes Wasser eines Flusses
ständig angebtrieben. Die Effizienz dieser Kraftwerke
wird oftmals durch kleinere Staustufen erhöht.
Stauwasserkraftwerke sind heute sicherlich die effizientere Art der Umwandlung
in Strom. Hohe Staumauern lassen einen See mit einer
enormen Menge an Wasser entstehen. Diese Wassermassen
können gewaltige Turbinen in Rotation versetzen
und dadurch einen Generator antreiben. Moderne Turbinen
weisen dabei einen Wirkungsgrad von 75 bis über
90 Prozent auf. Abzüglich der am Generator und
Getriebe entstehenden Verluste erreichen Stauwasserkraftt-anlagen
dadurch Wirkungsgrade von 60-70 Prozent. Heute wird
weltweit durch diese Art der Stromerzeugung etwa ein
Fünftel des Strombedarfs gedeckt.
Eine wichtige Position im Bereich
der Energiespeicherung stellen Pump-speicherkraftwerke
dar. Das von Ihnen eingesetzte Wasser wird hinter den
Turbinen nochmals aufgefangen und zu Zeiten niedrigen
Stromverbrauchs im Netz, wie etwa nachts, über
eine Pumpenzuschaltung wieder in den oberen Speicher
transportiert. Diese Speichertechnik ermöglicht
einen Ausgleich der üblichen Stromverbrauchsschwankungen
im Tagesverlauf.
Im Rahme der ökologischen
Verträglichkeit besitzt die Wasserkraft
einige Vorteile gegenüber der konventionellen Erzeugung
von Strom. Bei dieser Art der Stromerzeugung werden
fast keine Schadstoffe freigesetzt, der Wirkungsgrad
der Energieerzeugung ist sehr hoch und es entsteht nur
geringe Abwärme.
Dennoch gibt es bei ihrer Nutzung auch Nachteile für
die Umwelt. Der Bau einer Staumauer und dadurch versursachte
künstliche Anlegung eines Gewässers stellen
einen tiefen Eingriff in das ökologische Gleichgewicht
von Seen und Flüssen dar. Der Neubau von Wasserkraftanlagen
ist deshalb stets zu überdenken und gegen bestehende
ökologische Belange abzuwägen. Riesige Projekte
wie etwa der Bau des umstrittenen Drei-Schluchten-Staudamms
in China, der das größte Wasserkraftwerk
der Welt werden soll, sind deshalb aus Sicht der Umweltverträglichkeit
durchaus fraglich.
In Deutschland wurde die Nutzung
der Wasserkraft, unter anderem auch zur Sicherung
der Trinkwasserversorgung, zum Ende des 19. und Anfang
des 20. Jahrhunderts stark ausgebaut. Dadurch wird mittlerweile
annähernd das gesamte Potential genutzt. Der Ausbau
der Wasserkraftenergienutzung in Deutschland beschränkt
sich daher heute größtenteils auf die Modernisierung
bestehender oder die Wiederinstandsetzung stillgelegter
Anlagen.
