Biomasse - die älteste Energieform der Menschheit
Bereits seit über 600.000 Jahren nutzt der Mensch
Holz, die ursprünglichste Form der Biomasse,
als Energie- und Wärmequelle. Heute ist es möglich
Bioenergie aus fester, flüssigen oder gasförmigen
Stoffen zu erzeugen. Dabei werden pflanzliche bzw. tierische
Reststoffe und speziell dafür angebauten Energiepflanzen
in den energetischen Kreislauf mit eingebunden.
Werden Pflanzen in Energie umgewandelt nutzt
man Biomasse als Energieträger zur Erzeugung von
Strom. Grundsätzlich bestehen dabei mehrere Ansätze
die Biomasse in Strom umzuwandeln. Die Stromgewinnung
kann beispielsweise durch Dampferzeugung erfolgen. Ähnlich
wie bei einem Kohlekraftwerke wird Biomasse, also nachwachsende
Rohstoffe und Pflanzen, als Brennstoff eingesetzt. Durch
das siedende Wasser entsteht Wasserdampf und dadurch
letztendlich ein Überdruck in einem Kessel, der
eine Turbine antreibt.
Der entscheidende Unterschied zu Kohlekraftwerken und damit letztendlich der ökologische Vorteil
von Biomasse als Brennstoff besteht in seiner Erneuerbarkeit.
Da nur die Menge an Kohlendioxid (CO2) in die Umwelt
abgegeben, die zuvor durch die Photosynthese der Pflanzen
chemisch gebunden worden war, verhält sich die
Verbrennung kohlenstoffneutral. Biomasse ist daher ein
klimafreundlicher Energieträger, der keine zusätzlichen
Treibhausgase verursacht.
Ein weiterer großer Vorteil der Biomasse besteht auch aus dem möglichen Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei wird gleichzeitig von einem Kraftwerk Strom, Wärme und gegebenenfalls Kälte erzeugt und genutzt. Sehr hohe Wirkungsgrade sind die Folge, was zu einer besonders effizienten Energieausnutzung führt. Der Schlüssel dabei ist die dezentrale Erzeugung der Energie. Erst durch die Nähe zu z.B. Haushalten ist eine wirkliche effiziente Nutzung der Abwärme möglich.
Seit Inkrafttreten des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) und der Biomasse-Verordnung ist eine Deutschland ein starker Anstieg der Stromerzeugung aus Biomasse zu verzeichnen. Im Jahr 2005 belief sich die Stromerzeugung aus Bioenergieträgern (inklusive der Biogasbranche) auf insgesamt 10 Mrd. kWh (Jahr 2004: 7,4 Mrd. kWh). Sie erreichte damit einen Anteil von 2,2 % am Bruttostromverbrauch in Deutschland.
Dabei erwirtschaftet die Biomasse-Branche einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. Zudem sind
bereits über 50.000 Menschen durch die energetische
Biomasse-Nutzung beschäftigt. Ihre Zahl wird sich
künftig weiter erhöhen, vor allem für
die Land- und Forstwirtschaft bieten sich hier neue
Perspektiven.
Die Bioenergie ist ein Mulitalent zur Produktion von Strom. Wärme und Kraftstoffe haben ein ernormes Wachstumspotential, das es zu erschließen gilt.So schätzt der Bundesverband BioEnergie das Marktpotential der Bioenergiebranche bei einer nachhaltigen Entwicklung bis 2020 auf mindestens 10 %, bis 2030 gar auf 15 % des Primärenergiebedarfs Deutschlands. Diese Anteile würden sich auf den Strommarkt, den Wärmmarkt den Kraftstoffmarkt verteilen. Bis zu 200.000 neue Arbeitsplätze könnten so entstehen.
