Die globale Energiewende ist machbar und bezahlbar.

Die Bundesregierung beauftragte die Energieagenturen Irena und IEA im Zuge der G20-Präsidentaschaft, mögliche Szenarien für das Erreichen des 2-Grad-Ziels zu entwerfen.

Die Ergebnisse der Studie „Perspectives for the Energy Transition – Investment Needs for a Low-Carbon Energy System“ stehen auf den Seiten von IEA und Irena zum Download zur Verfügung. Untersucht wurden dabei unter anderem folgende Fragen:

IEA und Irena – Studie 2017: Perspectives for the energy transition.

  • Wie kann der CO2-Ausstoß im Energiesektor reduziert werden, wie wird der Sektor verlässlicher und sicherer und das mit realistischen Investitionen?
  • Welche Investitionen werden für diesen Wandel im Energiesektor konkret benötigt und wie müssen diese umstrukturiert werden, um ein Energiesystem mit möglichst geringem CO2-Ausstoß zu erreichen?
  • Die Kosten für Erneuerbare Energien und andere CO2-arme Technologien zur Energiegewinnung sinken, die Effizienz steigt – wie wirkt sich dieser Trend auf die CO2-Senkung aus? Wie kann die Politik diese Entwicklung beschleunigen?

Das Ergebnis der Studie lautet: Die globale Energiewende ist machbar und bezahlbar.
Notwendig sind dafür aber schnelle politische Entscheidungen.

„Bis 2060 können die CO2-Emissionen aus dem Energiesektor bei null sein, und zwar mit einer unterm Strich positiven ökonomischen Perspektive.“ so lautet das Ergebnis der Studie der Irena.

Bei Gesamtinvestitionen von etwa 145 Billionen Dollar ins Energiesystem bis 2050 koste die Energiewende jährlich knapp eine Billion mehr als „dreckige“ Technologie. Sie spare aber „das Doppelte bis Sechsfache davon durch vermiedene Kosten bei Gesundheit und Umwelt“. Ein weiterer Effekt, den Irena mit einkalkuliert: weltweit sechs Millionen neue Jobs und ein zusätzliches globales Wirtschaftswachstum von 0,8% bis 2050.

Die IEA äußert sich skeptischer – aber fordert für die Energiewende ebenfalls eine entschlossene Politik mit deutlich höheren CO2-Preisen „von bis zu 190 Dollar pro Tonne“ (bisher liegen diese bei fünf Euro). Laut IEA-Chef Fatih Birol brauchen wir bis 2050 „95% des Stroms, 70% aller neuen Autos und jeden zweiten Truck CO2-frei, jedes einzelne Gebäude muss energetisch saniert sein.“ Ein „Umbau des Energiesystems von außergewöhnlicher Tiefe und Schnelligkeit“ und ein „bislang nie da gewesenen Aufbau erneuerbarer Infrastruktur“ wären notwendig, um die zwei Grad „mit 66-prozentiger Sicherheit“ noch zu schaffen.

Beide Agenturen schlussfolgern ähnlich: Wird in der Politik weiterhin nur zögerlich entschieden, könnte das zur Verdopplung der nötigen Investitionen führen.

Quelle und weitere Infos: taz.de